IG-Metall Stahlaktionstag

Stahlaktionstag

 

 

 

 

 

 

 

 

Am 11. April stand unsere Hütte fast still. Grund dafür war, dass fast unsere gesamte Belegschaft mit auf dem Stahlaktionstag war. Zusammen mit über 16.000 Beschäftigten aus allen Stahlbetrieben aus Nordrhein-Westfalen und zusätzlichen Solidaritätsteilnehmern aus Süddeutschland demonstrierten wir für den Erhalt des Stahls in Deutschland und Europa.

Die Volksrepublik China überschwemmt im Moment den Stahlmarkt mit ihrem Billigstahl, welcher durch den Staat subventioniert, unter keinem Arbeits- geschweige denn Umweltschutz produziert wird. Zusätzlich will die Europäische Union den Handel mit CO²-Zertifikaten verteuern, was die Stahlindustrie, trotz schon vorhandener ausgezeichneter Maßnahmen zur Reduzierung dieses Gases, in zusätzliche finanzielle Schwierigkeiten bringen würde.

Wir demonstrierten dafür, dass die EU Strafzölle gegen Chinas Billigstahl einführt zum Schutz unseres Stahlmarktes und den Handel mit CO²-Zertifikaten nicht verteuert. Denn wenn unsere Stahlwerke mit dem besten Umweltschutzmaßnahmen der Welt auf Grund dieser Tatsachen schließen müssen, würde unser Stahl woanders produziert, zu Konditionen, die nichts mit Umweltschutz zu tun haben – ein Schuss in den Hochofen. Außerdem würde dies nicht nur die Stahlsparte treffen. – Alle Unternehmen die auf uns angewiesen sind, sowohl die Weiterverarbeitung, als auch einfache Unternehmen, die mit uns direkt und indirekt zu tun haben, würden in Mitleidenschaft gezogen werden. In Deutschland allein sprechen wir von über 650.000 Betroffenen.

Die Veranstaltung wurde durch unsere IG-Metall Jugend, vertreten durch Angelina Huld, Jugend- und Auszubildendenvertreterin von thyssenkrupp Steel Europe gestartet, gefolgt von hochkarätigen Mitgliedern aus Politik und Wirtschaft:

Knut Giesler, IG Metall-Bezirksleiter Nordrhein-Westfalen
Sören Link, Oberbürgermeister der Stadt Duisburg
Hannelore Kraft, Ministerpräsidentin des Landes Nordrhein-Westfalen
Sigmar Gabriel, Bundeswirtschaftsminister
Jörg Hofmann, 1. Vorsitzender der IG Metall
Günter Back, Gesamtbetriebsratsvorsitzender der thyssenkrupp Steel Europe AG
Hans Jürgen Kerkhoff, Präsident der Wirtschaftsvereinigung Stahl

Mit diesem starken Signal nach Brüssel und Berlin haben wir den Verantwortlichen hoffentlich ein Zeichen gegeben zu handeln, ansonsten sehen wir uns beim nächsten Mal wieder, zum Schutz unserer Industrie.

Glück auf!

– Stefan Euskirchen

Wer mehr über unseren Aktionstag wissen möchte, der besuche die Seite der IG-Metall.

 

 

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Sieger des Respekt-Fußballturniers

EuereDas 3. hütteninterne „Respekt kein Platz für Rassismus“-Fußballturnier war ein voller Erfolg. Trotz des angekündigten Regenwetters war es während der gesamten Spiele sonnig, erst nach der Siegerehrung fing es an zu regnen. Die 17 Mannschaften traten gegeneinander an um Punkte für den Halbfinaleinzug zu sammeln. Brot zu den Spielen gab es natürlich auch, obwohl eher die Kombination mit dem Fleisch vom Grill wesentlich beliebter war. Ab der Pause spielte die Band „Give us animal names“ einige ihrer Lieder zur allgemeinen Unterhaltung, auch wenn die Begeisterung der Besucher mehr bei den Spielen lag. Die Mannschaften spielten hart, fair und entschlossen um für dieses Jahr den Respekt-Wanderpokal in Anspruch zu nehmen.

Wir freuen uns aufs nächste Jahr, wenn es wieder heißt: Das Runde muss in das Eckige.

Die Siegermannschaften:

3. Platz: Hochofen Instandhaltung

3. Hochofen Instandhaltung

2. Platz: Azubis

2. Azubis

1. Platz: Team Krane

1. Team Krane

Eure JAV

Respekt Fußballtunier

RespektWie schon in den letzten drei Jahren startet auch dieses Jahr am 15. August 2015 wieder das freudig erwartete interne „Respekt- kein Platz für Rassismus Fußballtunier“.

Mannschaften mit jeweils 6 Spielern plus einen Torwart, die sich aus unterschiedlichen Bereichen unserer Hütte aufgestellt haben, treten gegeneinander an, um im spaßigen Wettkampf ein Zeichen gegen Rassismus und für Respekt zu setzen.

Die Teilnehmer kommen mit ihren Freunden und Verwandten zu dieser Veranstaltung, welche neben verschiedenen Attraktionen, wie zum Beispiel einer Hüpfburg, sowie einer Torwand, Kinderschminken und einer Fotoaktion, auch eine musikalische Unterstützung während der Mittagspause aufbietet.

Über den Verlauf und das Siegerteam werden wir noch berichten.

– Stefan Euskirchen

Dass Auschwitz nie wieder sei!

Unter diesem Namen fuhren ein Bündnis von über 1000 Teilnehmern aus der Deutschen Gewerkschaftsbund-Jugend, dem Bund der Deutschen Katholischen Jugend, der Grünen Jugend, der linksjugend [’solid], der DIDF Jugend, dem Jugendwerk der AWO, der Jusos in der SPD, der Naturfreundejugend Deutschlands, der österreichischen Gewerkschaftsjugend, den Falken und der Histadrut, anlässlich des 70. Jahrestages des Endes des Ersten Weltkrieges und der Befreiung von Auschwitz, vom 17. Juni bis zum 20. Juni, auf eine Gedenkstättenfahrt nach Polen. Finanziert wurde das Projekt von den jeweiligen Bündnispartnern, einem privaten Beitrag der Teilnehmenden, vom Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen und der Bethe-Stiftung.

Ziel dieser Gedenkstättenfahrt war es, zum Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz zu fahren und dort der Opfer des Nationalsozialismus zu gedenken. Weitere Programmpunkte waren ein Besuch im Museum in Oskar Schindlers Fabrik, ein Stadtrundgang im ehemaligen jüdischen Viertels von Krakau und Workshops über verschieden Themen, wie zum Beispiel der Täter- und Opfergruppen, der heutigen Gedenkpolitik und einem Zeitzeugengespräch.

Zwölf Auszubildende von uns fuhren mit auf diese Gedenkstättenfahrt. Vom Duisburger Hauptbahnhof ging es mit weiteren Teilnehmern aus der Umgebung per Busfahrt nach Krakau. Um 23 Uhr ging es am 16. Juni los, auf eine 18 stündige Fahrt zu unserem Hostel. Nachdem das 12 Bett Zimmer bezogen und man Euros in Zloty umgetauscht hatte konnte man den ersten Abend in Polen ausklingen lassen.

Am Donnerstag ging es für uns, begleitet vom Staatssekretär für Jugend, Familie und Soziales des Landes NRW, Bernd Neuendorf, morgens zu Fuß zu Schindlers Fabrik, dort erfuhren wir wie Oskar Schindler nach Polen kam und wie es zu seiner „Liste“ kam und wie die Nationalsozialisten, die Polen und die Juden den Überfall auf Polen erlebten. Trotz der Garantien von Großbritannien und Frankreich wurde Polen von Deutschland in knapp einem Monat vollständig überrannt. Zu der Zeit lebten ein Viertel aller Juden (ca. 3,5 Millionen Menschen) in Polen. Die polnische Intelligenz wurde direkt ermordet und die Nationalsozialisten wollten die Bildung und Kultur der Polen auslöschen. Die polnische Bevölkerung sollte bis 500 zählen und ihren eigenen Namen schreiben können, lesen war nicht erforderlich. Sämtliche Denkmäler, zum Beispiel ein Siegesdenkmal der Polen über den Deutschen Orden, wurden von den Nationalsozialisten zerstört. Die Juden wurden in Ghettos gesteckt, welche mit einer grabsteinähnlichen Mauer umschlossen wurde. In diesen Ghettos lebten zu viele Menschen auf zu wenig Platz, im Ghetto Krakau lebten 15 000 Menschen auf einer Fläche, wo vorher 3000 Menschen lebten, bis es zur Liquidierung 1943 kam. Die Juden versuchten Arbeit zu erhalten, denn die Arbeit sicherte ihr Leben. Oskar Schindler kam „mit“ der Wehrmacht nach Polen und kaufte eine insolvente Fabrik für Töpfe und Munition. Um billige Arbeitskräfte zu bekommen entschied er sich, anstatt für die teuren Polen für 28 Zloty pro Tag, für die jüdischen Zwangsarbeiter der SS, die nur 5 Zloty pro Tag kosteten. Als der Krieg gegen die Sowjetunion gestartet wurde, setzte er seine Produktion komplett auf Munition, womit er ein kriegsentscheidender Produzent wurde und somit mehr Privilegien hatte. Als der Kriegsverlauf kippte, wurde seine Fabrik zu einem siegesentscheidenden Betrieb und er durfte seine Fabrik in seine Heimat, dass Sudetenland, verlegen. Mitnehmen durfte er auch seine Zwangsarbeiter, er musste der SS nur eine Liste geben, wer mitkommen sollte und rettete damit knapp 1000 Juden vor der Vernichtung. Um das ganze Vorhaben umsetzen zu können, seine Arbeiter zu unterstützen und Offizielle zu schmieren, verlor Schindler sein ganzes Vermögen und lebte die letzten seiner Lebensjahre ein ärmliches Leben, allerdings unterstützten ihn seine Geretteten finanziell und als er starb wurde er, nach seinem Willen, in Jerusalem begraben.

Nach dem Mittagessen ging es direkt zum Stadtrundgang im jüdischen Viertel von Krakau, Kazimierz, benannt nach dem polnischen König Kasimir der Große, der das Viertel 1335 als eigene Stadt gründete. Damals war die Stadt Kazimierz durch einen Flussarm der Weichsel von Krakau getrennt, wo 1401 die erste von sieben Synagogen der Stadt gebaut wurde. Es kamen immer mehr Juden nach Kazimierz, vor allem Vertriebene aus Regensburg und Prag. Die ersten Übergriffe auf Juden erfolgten im 16. Jahrhundert als eine christliche Kirche in Kazimierz abbrannte, was den Juden in die Schuhe geschoben wurde, was zu Gewalt und Haft- und Geldstrafen führte. Im Jahr 1867 wurde die Stadt nach Krakau durch die Österreicher, welche Krakau annektiert hatten, eingemeindet. Heute leben in Kazimierz noch 100 orthodoxe und 400 reformierte Juden, vor dem Zweiten Weltkrieg lebten circa 70 000 Juden in Krakau. Wir besuchten auch einen jüdischen Friedhof, wo wir erfuhren, dass im jüdischen Glauben das Grab weder verlegt, noch die Leiche exhumiert, noch die Leiche eingeäschert werden darf, was den Holocaust für die Juden noch schlimmer machte. Zuletzt besuchten wir noch den Stadtteil Podgórze, wo sich im Zweiten Weltkrieg das Krakauer Ghetto befand.

Am Freitag ging es dann nach Auschwitz, begleitet wurden wir wieder von Bernd Neuendorf und von der stellvertretenden Bezirksvorsitzenden des DGB NRW, Dr. Sabine Graf. Geplant war eigentlich, dass wir zuerst zur Internationalen Jugendildungsstädte in Oświęcim, der polnischen Stadt in der Nähe des Konzentrations- und Vernichtungslager, fahren sollten, was aber durch das schlechte Wetter und Straßensperrungen nicht möglich war, also fuhren wir direkt zum Konzentrationslager Auschwitz I, dem Stammlager von Auschwitz. Angekommen ging es durch eine Metalldetektorschleuse zum Eingang des Lagergeländes, wo wir von unserem Guide empfangen wurden. Wir betraten dann das Gelände unter dem berüchtigten Schriftzug „Arbeit macht frei“, das Lager selbst war von zwei Stacheldrahtzäunen die früher unter Strom standen umzäunt. Wir wurden durch die Steinbaracken geführt, in einer der ersten hing ein Zitat von George Santayana: „Wer sich nicht an die Vergangenheit erinnern kann, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen.“, und wurden über die Ankunft im Lager und den Lageralltag informiert. Als erstes kamen die Häftlinge über Züge ins Lager, allerdings wurden sie in Viehwagons gepfercht bis kein Platz mehr war und viele überlebten den Transport nach Auschwitz nicht. Angekommen in Auschwitz wurden sie aus den Wagons getrieben und in Reih und Glied gestellt, Männer getrennt von Frauen und Kindern. Auf der Rampe wurden die Menschen von einem Lagerarzt „aussortiert“ in „Schwache, Schwangere, Alte und Kranke“, welche direkt in die Gaskammer gebracht wurden, und die „Arbeitsfähigen“, allein an diesem Ort wurden 80 % der in Auschwitz ankommenden Menschen für die sofortige Vergasung verdammt. Der Rest, der leben durfte, wurde zu einem längeren Tod, der Vernichtung durch Arbeit, eingeteilt. Die Menschen die ins Gas mussten, wussten von ihrem Schicksal nichts. Sie sollten „geduscht und desinfiziert“ werden und stellten ihre Sachen vor den „Duschkomplexen“ ab und und zogen sich aus, manche bekamen sogar Seife und Handtücher von der SS. Dann wurden Sie in die „Duschräume“ getrieben, die Tür wurde verschlossen und das Zyklon-B-Giftgas brachte über 1500 Meschen einen qualvollen Tod. Danach wurden die Leichen nach Wertsachen untersucht, Goldzähne wurden einfach herausgebrochen, und geschoren und dann in den Krematorien verbrannt. Als 1944 Ungarn, welches keine Juden ausgeliefert hatte, von Deutschland erobert wurde, wurden dort alle Juden nach Auschwitz transportiert und direkt in die Gaskammern von Auschwitz gebracht. Tagtäglich kamen Transporte die direkt in die Vernichtung gingen. Insgesamt starben in Auschwitz über 1,5 Millionen Menschen.

Innerhalb der Baracken wurden wir an Räumen vorbeigeführt, die die Beute des Lagers enthielten: bergeweise Menschenhaar, Schuhe und Brillen, ein Container voll mit Haushaltsgegenständen, Räume voller Koffer mit den Namen ihrer Besitzer darauf, Kinderanziehsachen, alles Sachen, die den Ermordeten des Lagers gehörten. Die Menschen die ins Arbeitslager kamen, wurden auch ihrer Besitztümer beraubt, wurden geschoren und durch eine eiskalte Dusche und einen heißen Trockenraum getrieben und bekamen dann ihre Häftlingsnummer, sie hatten somit für die SS keinen Namen mehr. Der Lageraltag war alles andere als schön: Man hauste in Baracken in denen eigentlich für 800 Personen Platz vorgesehen war mit über 1000 Personen. Genächtigt wurde in drei Kojen die übereinander lagen, die unterste auf dem Boden, auch hier war Platz für 4 Personen vorgesehen wo allerdings bis zu 8 Personen lagen. Die Baracken waren voll mit Ungeziefer und Ratten, welche an den Toten nagten und die Schwachen anfielen. Durch das „Essen“ im Lager, falls man es so betiteln möchte, welches aus einem winzigen Stück Brot mit kaum Butter zum Frühstück und einer „Suppe“, die aus Brennesseln und ähnlich Ungenießbarem bestand (mit etwas Glück waren sogar Kartoffelschalen in der Suppe), hatten die Häftlinge blutigen Durchfall, der auch durch die Holzkojen auf die darunterliegenden Menschen fiel. Die Häftlingskleidung wurde nie gewaschen und auch nicht ausgetautscht, zur Toilette konnte man nur morgens und abends einmal. Nach dem „Frühstück“ morgens gingen die Häftlinge in Marschkolonne, begleitet von Musik am Lagertor, vor die Lager und erledigten Arbeiten. Die Arbeiten, die die Häftlinge ausführen mussten, waren meist „sinnlose“, die nur dazu dienten, die Menschen auszuzehren und sterben zu lassen, zum Beispiel große Steine schleppen für Frauen. Wer vor Erschöpfung zusammenbrach wurde von den SS-Wärtern getötet. Die Toten wurden abends wieder von den Überlebenden mitgeschleppt.

Wir wurden auch durch den Haft- und Todesblock geführt und sahen die kleinen Dunkelzellen, in denen meist randvoll in ungnade gefallene Häftlinge gesteckt wurden. Für andere Vergehen, und seien es Lapalien gewesen, konnte man vors Standgericht gestellt werden und wurde vor der Erschießungswand hingerichtet oder an Pfählen so aufgehängt das einem die Gelenke brachen. Am Apellplatz war auch ein Galgen aufgestellt, an denen mehrere Menschen gehängt werden konnten, meist Häftlinge eines Blocks, aus dem Mithäftlinge Fluchtversuche unternommen hatten, um die anderen abzuschrecken. Wir betraten auch unter schweigen eine der Gaskammern und sahen zuletzt den Galgen, an dem der ehemalige Lagerkommandant Rudolf Höß gehängt wurde.

Nach der Führung im Stammlager ging es zum Hauptlager von Auschwitz, Birkenau. Vom Lager selbst steht nicht mehr viel, nur noch die Wachtürme und Elektrozäune, die Steinbaracken und das Zufahrtstor und vereinzelte Holzbaracken. Wenn man in der Mitte des Lagers stand, sah man, egal in welche Richtung man schaute, ein riesiges Feld und am Horizont erst die Bäume, dazwischen ragten die Steinkamine und Grundrisse der Baracken hervor. 300 Gebäude in denen die Menschen, die den Nationalsozialisten nicht in den Kram passten litten und starben und geplant war eine Verdoppelung des Lagers auf 600 Gebäude, was Gott sei dank durch die Niederlage Deutschlands verhindert wurde. Die Gaskammern von Auschwitz-Birkenau sind heute nur noch Ruinen, sie wurden damals gesprengt. Zwischen den Ruinen der beiden Gaskammern wurde ein großes Denkmal angelegt. Dort trafen wir uns alle, alle Teilnehmer des Bündnisses, und hielten unser Gedenken ab. Während alle schwiegen, wurden die einzelnen Opfergruppen der Nationalsozialisten aufgerufen, politische Gegner, religiöse Gegner, Juden, Kriegsgefangene, Sinti, Roma und Homosexuelle, danach sang einer der Organisatoren ein jüdisches Klagelied. Nach einer respektvollen Pause konnte jeder der wollte eine Rose nehmen und irgendwo auf dem Lagergelände zum Gedenken niederlegen. Unsere Rückreise erfolge nach diesem Tag stiller als sonst.

Am nächsten Tag fuhren wir zur Schule in Oświęcim, um dort an den verschiedenen Workshops teilzunehmen, auch unter anderem eine Exkursion nach Auschwitz-Monowitz. Der Interessanteste Teil allerdings war das Zeitzeugengespräch mit Esther Bejarano. Sie hatte Auschwitz im Mädchenorchester überlebt und las uns aus ihrem Buch vor und beantwortete jede Frage. Zu ihrer Begrüßung standen alle im überfüllten Raum, das Interesse der Teilnehmer war groß, auf und applaudierten ihr. Esther Bejarano wurde 1924 in Saarlouis als Tochter einer jüdischen Familie geboren und kam 1941 ins Zwangsarbeitslager Neuendorf, während ihre Eltern hingegen ermordet wurden. 1943 wurde sie Konzentrationslager Auschwitz deportiert und durchlief dieselbe Ankunftsprozedur wie vorher beschrieben. Ihre Nummer war 41948. Ihre Aufgabe im Lager war es, Steine zu schleppen. Als das Mädchenorchester gegründet wurde, wurde sie gefragt ob sie ein Instrument spielen konnte, wenn sie eins spielen konnte, war ihr überleben wahrscheinlicher. Sie konnte zwar Flöte spielen, was sie zu dem Zeitpunkt vergessen hatte und Klavier, aber es gab kein Klavier, nur ein Akkordeon. Also spielte sie auf gut Glück das Akkordeon und schaffte es auch die richtigen Akkorde zu treffen. Und so spielte sie im Mädchenorchester vorm Lagertor die Musik zu den Märschen der Zwangsarbeiter und für die SS. Als eine richtige Akkordeonspielerin ins Lager deportiert wurde, verlor sie ihren Posten, allerdings erinnerte sie sich jetzt daran, dass sie Flöte spielen konnte und so spielte sie weiter im Orchester. Als sie dann aber über den Typhus den Keuchhusten erhielt, konnte sie nicht mehr Flöte spielen und sie lernte die Gitarre zu spielen. Später wurde sie von der SS (sie war zu einem Viertel Arierin) ins Konzentrationslager Ravensbrück verlegt und sie arbeitete dort als Zwangsarbeiterin für Siemens, dort erhielt sie auch einen roten Winkel anstatt ihres Judensterns. Zum Ende des Krieges wurde sie zusammen mit den anderen Häftlingen auf einen Todesmarsch geschickt und konnte währenddessen entkommen. Sie zog nach dem Ende des Krieges nach Palästina, kam dort aber erst in ein stacheldrahtbewehrtes Lager für Flüchtlinge. Sie lernte in Palästina ihren Mann kennen und gründete eine Familie. Allerdings bedingt durch das Klima, welches sie nicht vertrug, und der Behandlung Palästinas durch Israel wanderte sie mit ihrer Familie wieder nach Deutschland zurück und lebt seitdem in Hamburg. Sie wurde aktiv in der Gedenkpolitik, seit sie in Hamburg mit Neonazis konfrontiert wurde. Sie hält auch daran fest, dass Altnazis noch verurteilt werden müssen, zwar muss kein über 90-jähriger mehr ins Gefängnis, aber er muss noch verurteilt werden. Von Siemens erhielt sie für 2 Jahre Zwangsarbeit 1.500 DM Entschädigung. Zur Frage der Schuld der Deutschen steht sie so, dass die heutige Generation nicht schuld an den Verbrechen hat, sich aber schuldig macht, wenn man nichts über die Verbrechen weiß. Als keine Fragen mehr gestellt wurden, wurde sie wieder mit stehendem Applaus verabschiedet.

Zum Abschluss des Tages hielt Esther Bejarano noch eine kurze Abschiedsrede, wo sie sich für die das großartige Interesse der Teilnehmer bedankte und uns alles Gute wünschte. Auch ein Vertreter der Eheleute Bethe bedankte sich für diese Gedenkstättenfahrt und die gute Umsetzung und war der Meinung, dass jede Schulklasse eine Chance auf so eine Fahrt haben sollte.

Am Sonntag fuhren wir wieder zurück nach Duisburg und kamen abends um 21 Uhr, mit einer riesigen emotionalen Erfahrung wieder an. Die Fahrt und das Vorortsein waren unglaublich und es wird einige Zeit dauern das Erlebte zu verarbeiten.

– Stefan Euskirchen

Fitte Teams/Teamfitness: Azubieinführungswoche

In knapp einem halben Jahr ist es wieder so weit: Die neu   en Auszubildenden beginnen ihre Ausbildung bei uns, HKM. Doch bevor es in die jeweiligen Berufsgruppen und Ausbildungswerkstätten geht, beginnt der Lebensabschnitt bei HKM mit einem Ausflug. Für fünf Tage geht es nach Holland, ins schöne Grün, um in einem Wechsel aus Informationsveranstaltungen und Teamaufgaben für die Ausbildung vorbereitet zu sein.

Bei den Auszubildenden deren Ausbildung im September 2014 begann, war die Begeisterung zu Anfang gering, doch schon nach dem ersten Tag war dies verflogen und Interesse und Begeisterung auf mehr wurde geweckt. Egal ob Geschicklichkeit im Wald, Klettern und Absichern im Klettergarten, Seifenkisten bauen oder Kanufahrt auf der Niers, jede Aufgabe war stets teamorientiert und wurde mit viel Begeisterung gelöst. Selbst die Speisenzubereitung fand im Team statt, sodass alle für den Geschmack der zubereiteten Speisen mit verantwortlich waren.

KletternSeifenkistenKanufahrtNetz

Den Fragen und Antworten betreffend Urlaub, Geld, Krankmeldung, Berufsschule oder sicheres Arbeiten, nahmen sich der Leiter der Erstausbildung, ein Werksarzt, sowie eine Sicherheitsfachkraft an.

Aus Kollegialität unter den Auszubildenden bildete sich Freundschaft, wobei das gesperrte WLAN diesen Prozess positiv beschleunigte. Was zuerst in Grüppchen von Azubis, die sich schon kannten, begann, ging in einer großen offenen Runde auf und es war schade, dass diese Woche schon zu Ende ging.

Das Fazit der Woche: Eine super Angelegenheit im Sinne des „Eisbrechens“ und Kennenlernens unter den Auszubildenden und der frühzeitigen positiven Entwicklung von Teamwork.

Und ein Highlight direkt zum Beginn der Ausbildung, wie diese Bilder wohl beweisen.

Gruppenfoto

Ich wünsche den neuen Azubis genau so eine schöne Woche, wie wir sie hatten.

Glück auf,

Stefan